Nachhaltigkeit in der Berufsausbildung

Die UN rief 2005 die UN-Dekade für Nachhaltige Berufsbildung aus und spätestens damit wurde deutlich, dass Nachhaltigkeit für die Berufsausbildung relevant wird.

Gleichzeitig ist Corporate Social Resposibility (CSR) und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung durch Unternehmen durch die Verabschiedung der EU-Richtlinie zur CSR-Berichterstattung zumindest für große Unternehmen mehr als nur Beiwerk.

Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen sich heute neben dem ökonomischen Erfolg auch um Aspekte des ökologischen Wirtschaftens sowie um gesellschaftlich vertretbares Handeln kümmern. Wenn Unternehmen nachhaltig wirtschaften wollen und müssen, dann muss auch die Belegschaft früh mit dem Thema Nachhaltigkeit in Kontakt kommen.

Provadis entwickelt hier Ansätze und Modelle, wie Nachhaltigkeit in die Berufsausbildung integriert werden kann. Dabei versteht Provadis Nachhaltigkeit in seiner sozialen, ökonomischen und ökologischen Dimension gleichermaßen.

ANLIN

 

Modellversuch „Ausbildung fördert nachhaltige Lernorte in der Industrie (ANLIN)“
Projektlaufzeit Juni 2016 – März 2019

ANLIN ist einer von 12 Modellversuchen, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Modellversuchsförderschwerpunkt „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2015-2019“ fördert.

In ANLIN wird ein innovatives Konzept zur nachhaltigen Gestaltung von Lernorten im dualen System der Berufsbildung entwickelt. Das Vorhaben verknüpft eine Organisationsentwicklungsstrategie mit einem darauf bezogenen Personalentwicklungskonzept für Akteure der dualen Berufsausbildung.

  • ANLIN fördert und entwickelt Kompetenzen, die nachhaltiges betriebliches Handeln ermöglichen.
  • ANLIN ist inhaltlich gesehen ein Nachfolgeprojekt von CaeSaR , an dem sich Provadis mit der Entwicklung und Erprobung von CSR-Modulen in der Chemielaborantenausbildung beteiligte.
  • ANLIN findet in Kooperation mit dem Qualifizierungsförderwerk Chemie (QFC) Halle, dem Bildungszentrum für Beruf und Wirtschaft (BBW) Wittenberg und dem Institut für nachhaltige Berufsbildung & Management-Services (INB) Hannover statt.
  • Provadis führt ANLIN am Standort Frankfurt gemeinsam mit Clariant und Sanofi durch. 
  • ANLIN knüpft an die Initiative ChemieHoch3 der chemischen Industrie, den Deutschen Nachhaltigkeitskodex und das Qualitätssiegel Q3SQ an.
  • ANLIN hat eine Auszeichnung der Deutschen UNESCO-Kommission als herausragende Bildungsinitiative erhalten.

Folgende Ziele werden im Projekt verfolgt:

  • Auszubildende und Ausbildungskräfte für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren, motivieren und qualifizieren
  • die Verbundausbildungsträger zu nachhaltigen Lernorten weiterentwickeln
  • Impulse für die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in der Ausbildung bei Partnerunternehmen in den jeweiligen Regionen geben
  • Projektergebnisse für die interessierte Fachöffentlichkeit aufbereiten und verbreiten

 

Gestaltung nachhaltiger betrieblicher Lernorte

ANLIN zielt auf alle Lernorte der beruflichen Bildung und bezieht verschiedene Akteure ein. In einem modular aufgebauten Qualifizierungskonzept werden in jeweils zwei bis drei Präsenzmodulen Lehr- und Ausbildungspersonal, sowie Auszubildende für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert. Die praktische Umsetzung erfolgt zusammen mit Partnerbetrieben.

Die Ausbildungskräfte sollen weiterhin befähigt werden sich an der Gestaltung des jeweiligen Lernorts zu beteiligen und zum Teil die Qualifizierung der Auszubildenden durchzuführen. Ihre Funktion als Multiplikator wird dadurch für den gesamten betrieblichen Alltag gestärkt.

 

Modul 1: Nachhaltigkeit: Herausforderung für Gesellschaft, Wirtschaft & Berufsbildung
Die Teilnehmenden sollen mit dem Konzept der nachhaltigen Entwicklung vertraut gemacht werden und:

  • sind mit der Bedeutung und den Inhalten des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung vertraut;
  • können die sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen exemplarischer Produktentscheidungen einschätzen;
  • können relevante Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen beispielhaft erläutern und bewerten;
  • erkennen eigene Verantwortung im privaten und beruflichen Alltag
  • kennen Ziele und didaktische Prinzipien der Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung;

 

Modul 2: Lernorte beruflicher Bildung nachhaltig gestalten
Die Teilnehmenden können Ansatzpunkte für die nachhaltige Gestaltung betrieblicher Lernorte der beruflichen Bildung identifizieren und nutzen und:

  • kennen die wichtige Standards zur Förderung der Nachhaltigkeit von Unternehmen;
  • sind mit Themen und Handlungsfeldern zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen vertraut;
  • kennen Ansatzpunkte und Beispiele für die Beteiligung der Berufsausbildung an betrieblichen Nachhaltigkeitsaktivitäten;
  • wissen, welche Erwartungen von betrieblichen Nachhaltigkeitsverantwortlichen an die Berufsausbildung gestellt werden;
  • haben Ideen entwickelt, wo und wie an betrieblichen Nachhaltigkeitsaktivitäten mitgewirkt werden kann, z.B. im Rahmen einer Nachhaltigkeitserkundung im eigenen betrieb

 

Modul 3: Lernorte beruflicher Bildung
Es wird ein Austausch der TeilnehmerInnen von Modul 1 und 2 angestrebt, sowie eine Ausarbeitung der Nachhaltigkeitsaktivitäten der Auszubildenden. Darüber hinaus sollen Auswirkungen der Nachhaltigkeitsinitiative auf die Verstetigungsmöglichkeiten in den Partnerunternehmen reflektiert werden.

Darüber hinaus werden begleitende Lernangebote entwickelt, wie z. B. 5-minütige Impulsgespräche. Diese dienen dem Ausbildungspersonal und den Auszubildenden zwischen den Modulen dazu, sich immer wieder zu aktuellen Nachhaltigkeitsthemen auszutauschen. Weiterhin wird an der Entwicklung   von E-Learningtools gearbeitet.

            
           

        

Partner

Am Standort Frankfurt wird im Projekt ANLIN zeitversetzt mit den Unternehmen Clariant und Sanofi-Aventis Deutschland GmbH zusammengearbeitet. Beide Unternehmen verfügen über ein CSR-Konzept und veröffentlichen regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte. Die Clariant und Sanofi sind überdies Mitglieder des Global Compact Netzwerks.

    

ANLIN findet in Kooperation mit dem Qualifizierungsförderwerk Chemie (QFC) Halle, dem Bildungszentrum für Beruf und Wirtschaft (BBW) Wittenberg und dem Institut für nachhaltige Berufsbildung & Management-Services (INB) Hannover statt.

              



Durch zwei regionale und einen Gesamtbeirat sind die Sozialpartner ebenso eingebunden wie die Industrie- und Handelskammer. Die regionalen Beiräte sind an die jeweiligen Projektstandorte gebunden und zeichnen sich in ihrer Besetzung durch einen regionalen Praxisbezug aus. Dem bundesweiten Beirat kommt die Aufgabe der strukturellen strategischen Einbindung des Projektvorhabens zu. Auf diese Weise kann das Thema Nachhaltigkeit und seine zu erwartende Verankerung in Rahmenplänen für die Ausbildung auch auf der systemischen Ebene diskutiert werden.

 

Fachforum

02.11.2017 Fachforum "Nachhaltige Gestaltung von Lernorten der beruflichen Bildung"

Provadis-Fachforum thematisierte die Bedeutung der Ausbildung für die nachhaltige Entwicklung in Deutschland

Unsere Welt verändert sich so rasch wie noch nie. Um weiterhin erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen ihre Mitarbeiter zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigen. Doch wie lassen sich Mitarbeiter, Auszubildende und Ausbilder im Bereich Nachhaltigkeit qualifizieren? Diese Frage stand im Fokus des Fachforums „Mit Qualifizierung zum nachhaltigen Unternehmen“ am 2. November in Wiesbaden. Der Veranstalter Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH konnte Experten aus Politik, Wissenschaft und Industrie gewinnen, die ihre Sichtweisen und Erfahrungen teilten.

Nachhaltigkeit wichtig zur Fachkräftesicherung
Warum ist das Thema Nachhaltigkeit von so großer Bedeutung für Unternehmen? Darüber sprach Dr. Werner Sievers, Leiter Wirkstoffproduktion Chemie am Standort Frankfurt bei Sanofi Aventis Deutschland. Der unternehmerische Erfolg hänge auch von der Übernahme gesellschaftlicher und ökologischer Verantwortung ab. Für Arbeitnehmer würden diese Themen immer wichtiger. Daher spiele Nachhaltigkeit unter anderem bei der Fachkräftesicherung eine Rolle.

„Bildung für nachhaltige Entwicklung ermöglicht es jedem und jeder Einzelnen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Genau deshalb wurde in diesem Jahr der Nationale Aktionsplan „Bildung zu nachhaltiger Entwicklung“ (BNE) verabschiedet. Damit die Umsetzung in der Schule auch gelingt, stellen wir allen Schulformen Beratungsangebote für die Erarbeitung und Umsetzung pädagogischer Konzepte zur Verfügung und unterstützen sie bei den verschiedenen Aspekten der Nachhaltigkeit im Rahmen der Schulentwicklung“, erklärte der Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium, Dr. Manuel Lösel.

Aber auch in der beruflichen Bildung sei das Thema essentiell, betonte Barbara Hemkes, Leiterin des Arbeitsbereichs Qualität, Nachhaltigkeit, Durchlässigkeit, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Hier liege die Herausforderung darin, die Betriebe und Unternehmen zu nachhaltigen Lernorten zu machen. Das durch das BIBB aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderte Projekt ANLIN der Partner Provadis, BBW Wittenberg, Qualifizierungsförderwerk Chemie und dem Institut für nachhaltige Berufsbildung und Management-Services sei hierfür ein sehr wichtiger und erfolgversprechender Schritt.

Mitarbeiter müssen dahinter stehen
Ist es notwendig, alle Mitarbeiter in zukunftsfähigem Denken und Handeln zu qualifizieren? Ja, sagte Christine Pehl, Business Coach für werteorientierte Unternehmensführung. Es reiche nicht aus, Nachhaltigkeit nur in den Leitlinien und Regeln zu verankern. Nur wenn alle Mitarbeiter dahinter stünden, sei es möglich, diese dauerhaft zu leben.

Wichtiges Modellprojekt in der Ausbildung
Für den Bildungsdienstleister Provadis spielt Nachhaltigkeit in der Aus- und Weiterbildung bereits seit einiger Zeit eine wichtige Rolle. „Bei unseren Kunden gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung. Aus diesem Grund sind wir nicht nur als nachhaltiges Unternehmen zertifiziert, sondern haben zukunftsfähiges Denken und Handeln auch inhaltlich in unsere Aus- und Weiterbildung integriert“, betonte Provadis-Geschäftsführer Dr. Udo Lemke.

Eines dieser Modellprojekte aus dem Bereich Ausbildung, ANLIN (Ausbildung fördert nachhaltige Lernorte in der Industrie), stellten Marny Schröder, Projektleiterin für Bildungs- & Forschungsprojekte bei Provadis, und Franziska Massa, Projektreferentin, Qualifizierungsförderwerk Chemie, vor. „Unsere Erfahrungen mit dem ersten Ausbildungsjahrgang, der das Projekt bereits durchlaufen hat, zeigen, dass wir ein Konzept entwickelt haben, mit dem wir die Auszubildenden sehr gut erreichen und mitnehmen können“, so Schröder.

Auch Dr. Andreas Ogrinz, Geschäftsführer Bildung, Innovation, Nachhaltigkeit, Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V., lobte das Projekt als wichtigen Teil von ChemieHoch3, der Nachhaltigkeitsinitiative der Chemischen Industrie. Beim Thema Nachhaltigkeit sei der Mensch ganz entscheidend. Hier leiste ANLIN einen sehr wertvollen Beitrag, die zukünftigen Mitarbeiter hierfür zu gewinnen.

 

 

 

 

Veröffentlichungen

In Bearbeitung

CAeSaR

 

CSR-Bildungsmodul 1 „Chancengleichheit stärken“
Projektlaufzeit April 2014 bis Dezember 2014

Innerhalb des CSR-Rahmens sind Unternehmen gebeten, die Handlungsfelder Markt, Umwelt, Arbeitsplatz und Gemeinwesen zu beachten. Hier gilt es neben anderen Themen auch für eine Stärkung der Chancengleichheit zu sorgen. Ins besonders erhält dieser Anspruch einen hohen Wert bei der Berufsausbildung.

„Verstärkt in Bildung investieren – Stärkung der Chancengleichheit in der gesamten Gesellschaft“ wurde eine aus mehreren Bildungsmodulen (Lehrbriefe) bestehende Maßnahme in der Ausbildung von Chemielaboranten/ Chemielaborantinnen etabliert um Auszubildende mit kognitiven Defiziten wieder an die kognitiv leistungsstärkeren heranzuführen.

Für die Chancengleichheit als späterer Mitarbeiter/-innen ist es sehr wichtig für die Auszubildenden, dass diejenigen, welche sich mit den zur Zeit üblich angebotenen Unterrichtsmethoden „klassisch“ nicht zurechtfinden, durch eine neuartige Ausbildungsmethodik eigen-motiviert und selbstgesteuert fehlende Inhalte nachholen und bekannte Inhalte festigen können. Untermauert wird dieser Verhalt durch spezifische Tutoring Maßnahmen von kognitiv stärkeren Auszubildenden eines höheren Jahrgangs um auf das Lernmanagement der betroffenen Auszubildenden aktiv mitzuwirken.

CSR-Bildungsmodul 2 „Sozial und ökologisch verantwortungsbewusste Produktion“
Projektlaufzeit April 2014 bis Dezember 2014

Im Rahmen der Unternehmensverantwortung in der globalisierten Welt unter transparenten Marktentwicklungen wird die ganzheitliche CSR-Thematik bei einem Ausbildungsjahrgang Chemielaboranten/ Chemielaborantinnen im Rahmen eines 2-tägigen Seminars bearbeitet.

Ziel ist es, das die Auszubildenden die komplexe CSR-Thematik verstehen, nachvollziehen und nachhaltig anwenden können. Während des Seminars werden neben Vorträgen auch Kurzworkshops, Gruppenarbeiten und Rollenspiele eingesetzt.

 

 

Die Auszubildenden lernen, was gesellschaftliche Unternehmensverantwortung (CSR) bedeutet  und warum es immer mehr an Bedeutung zunimmt. Sie erfahren was CSR überhaupt ist, was es umfasst und wie es in der Praxis umgesetzt wird.

Innerhalb von Abschnitt erleben sie selbst, wie „ihr“ Unternehmen CSR, am Schwerpunktthema Energieeffizienz, anwendet und was sie dazu beitragen können.

 

Q3SQ

Provadis erfüllt den Qualitätsstandard für soziale und nachhaltige Qualifizierung

Provadis weist seit 2015 in einem Zertifizierungsverfahren nach, dass Sozialstandards und Nachhaltigkeitsprinzipien intern kommuniziert und aktiv umgesetzt, sowie in die Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen integriert werden.

Q3SQ – hinter dieser Abkürzung verbirgt sich ein Qualitätsstandard für soziale und nachhaltige Qualifizierung (Quality Standard for Social and Sustainable Qualification). Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH hat als erster hessischer Bildungsdienstleister das Siegel des Qualifizierungsförderwerks Chemie GmbH (QFC) erhalten. „Ziel des neuen Gütesiegels ist es, Qualitätsmanagement mit Sozial- und Umweltstandards für die Aus- und Weiterbildung in der chemischen Industrie zu verbinden“, erläuterte Helmut Krodel, Geschäftsführer des QFC, bei der Zertifikatsübergabe.
Das Qualifizierungsförderwerk hat das Qualitätssiegel gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband Nordost Chemie und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) entwickelt.

SDGs

17 globale Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

Globale Ziele bedeutet, dass diese Ziele auf der ganzen Welt gelten.Nachhaltig bedeutet, dass die Menschen sorgfältig mit allen Ressourcen umgehen sollen.

Nur so wird es möglich sein, dass alle Menschen jetzt und zukünftig gemeinsam auf der Welt leben. Festgelegt wurden diese Ziele von den Vereinten Nationen (UN) in der sogenannten Agenda 2030. Die 17 Ziele aus dieser Agenda wollen die Länder der UN gemeinsam bis zum Jahr 2030 erreichen.

Bildungsreport

Download "Bildungsreport Nachhaltigkeit in der Berufsausbildung"-Video: YouTube

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