Transformationsprozesse 4.0: Wohin entwickelt sich die Arbeitswelt?

04.12.2017 Kategorie: Aktuelles Weiterbildung

Die Digitalisierung und Globalisierung wird vieles in unseren Prozessen, Arbeitsabläufen und Arbeitsweisen verändern. Welche Kompetenzen sind dafür in Zukunft gefragt? Um sich über dieses Thema intensiver auszutauschen, veranstaltete Provadis gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) ein Netzwerktreffen von Verantwortlichen aus der Industrie. Im Herzen von Frankfurt, in der Rooftop Flowcation, einer innovativen Office- und Eventlocation, trafen sich rund 60 Vertreter, vor allem HR Experten, zum Erfahrungsaustausch. Petra Esch von der DGFP und Prof. Dr. Ute Stefan von der Provadis moderierten die von ihnen konzipierte Veranstaltung.

„Das Thema Transformation liegt uns am Herzen“, sagte Ute Stefan in ihrer Begrüßung. Das Bindeglied zwischen den HR Vertretern, Provadis und der DGFP sei der Mensch mit seinen beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen. Provadis nehme sich dem Thema digitale Transformation intern aber auch mit vielen Projekten für die Aus- und Weiterbildung in den Unternehmen an, will unterstützen, begleiten und ein Netzwerk für die Digitalisierung in der chemischen Industrie aufbauen.

Flexibilisierung und Veränderungsbereitschaft sind gefragt

Die digitale Transformation ist nicht nur ein Hype-Wort, sondern hat sich schon lange abgezeichnet, erklärte Prof. Dr. Richard Beetz, Professor Digitalisierung, Fachbereich Wirtschaftsinformatik an der Provadis Hochschule in seinem Impulsvortrag. Unternehmen bleiben heute immer kürzer mit Innovationen erfolgreich und müssen sich in Zukunft ständig verändern und die Digitalisierung für neue Geschäftsmodelle nutzen. Was heißt das für die Menschen und das Management? Sicher seien einige Jobs in Gefahr, aber es entstünden auch neue, an die heute noch keiner denkt. Als Megatrends in der Unternehmenswelt nannte er die Themen Automatisierung, Flexibilisierung und Veränderungsmanagement. Die Herausforderung für die Personalverantwortlichen bestehe darin, die Organisation flexibel zu gestalten, Netzwerkarbeit zu unterstützen und agile Arbeitsmodelle zu nutzen. Neue Kommunikationskompetenzen, Empathie und Überzeugungskraft müssten bei den Mitarbeitern gestärkt werden.

Einen eindrucksvollen Einblick in ihre Erfahrungen mit der Digitalisierung und den Auswirkungen auf die Mitarbeiter vermittelten zwei weitere Referentinnen: Andrea Schröter, Direktor Human Resources, Leifheit AG, berichtete vom Aufbau eines Lean Start Up innerhalb des Unternehmens mit dem Ziel, eine Produktsparte zu neuem Leben zu erwecken. Mithilfe von digitalen Tools und einer neuen Organisations- und Arbeitsform in einem kleinen Team konnten in kürzester Zeit neue vernetzte Produkte entwickelt werden. Durch diese positiven Erfahrungen seien sie jetzt für weitere Herausforderungen und Veränderungen gut vorbereitet, resümierte sie.

Dominique Döttling, Director HRBP (Europe) Transformation Leader bei Opel, plädierte in ihrem Impulsvortrag für die neue Rolle von HR, im Unternehmen für die Mitarbeiter ein Umfeld zu schaffen, in dem sie sich selbst entwickeln könnten. Unter Mobile Working verstehe sie kein Homeoffice, sondern Office Konzepte, die Spaß machen. Die klassischen Lernangebote seien dafür nicht gut geeignet. In Zukunft müssten sich HR Mitarbeiter stärker als strategischer Partner für das Business verstehen. Klassische Aufgaben der Personaler werden durch die Digitalisierung von den Bereichen zunehmend selbst übernommen. HR wird aber dabei gebraucht, den Wandel vorzubereiten und Impulse für agiles Arbeiten zu geben. 

Im Anschluss an die spannenden und unterhaltsamen Vorträge blieb den Teilnehmern beim Umtrunk und Imbiss ausreichend Zeit für das Networking.