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InnoVET-Projekt BBChemie - Bedarfsorientierte Bildungswege in der Chemie

Logo BBChemie und Innovet

Mit dem Branchenprojekt „Bedarfsorientierte Bildungswege in der Chemie“ will Provadis gemeinsam mit dem Verbundpartner Technische Universität (TU) Dortmund die berufliche Ausbildung stärken und sie für die Chemiebranche zukunftsfest machen. Das Projekt ist auf eine Laufzeit von vier Jahren angelegt und wird als Teil der bundesweiten Exzellenzinitiative „InnoVET – Zukunft gestalten – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung“ mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Das Projekt schließt zirka 20 Projektpartner ein. Dazu gehören Unternehmen, die Sozialpartner BAVC und IGBCE der Chemie- und Pharmaindustrie, Landesverbände der Chemiearbeitgeber, Berufsschulen, Kammern, Bildungsdienstleister, Hochschulen, das Hessische Kultus- und Wirtschaftsministerium sowie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit. Die Projektpartner arbeiten nicht nur inhaltlich mit, sondern begleiten die Arbeit des Projektes mit vier Beiräten, die beratend tätig werden und später daran mitwirken, die Ergebnisse in die Branche zu überführen.

Übersicht BBChemie (Zum Vergrößern klicken)

BBChemie besteht aus drei Teilprojekten und betont die Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit beruflicher und akademischer Bildung. Dabei geht es im Kern darum, bedarfsgerecht zu qualifizieren und sowohl die langfristigen Bedürfnisse und Ansprüche der Arbeitgeber als auch die der Beschäftigten in den Blick zu nehmen. Das erste Teilprojekt richtet sich an leistungsschwächere Jugendliche mit schwierigen beruflichen Startbedingungen, während beim zweiten noch unentschlossene Studienberechtigte und Studienabbrecher in den Fokus genommen werden. Mithilfe des dritten Projekt-Bausteins werden die für die Branche unverzichtbaren ausbildenden Fachkräfte zukunftsorientiert qualifiziert und im Umgang mit unterschiedlichen Lerntypen geschult. 

Hinter BBChemie steht ein ambitioniertes Konzept, wie Staatssekretär Dr. Michael Meister erklärt: „Das Projekt trägt mit der Schaffung innovativer Zugänge zur beruflichen Bildung dazu bei, attraktive Bildungswege sowohl für leistungsschwächere als auch für leistungsstärkere Jugendliche zu erschließen – zwei Zielgruppen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen, die mit interessanten Karrierekonzepten angesprochen werden sollen.“ Um hierfür die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, nehme das Projekt auch die wichtige Gruppe der ausbildenden Fachkräfte in den Blick. „Mit Qualifizierungen, die insbesondere auf die heterogenen Lernvoraussetzungen unserer jungen Generation eingehen, begegnet das Projekt den Bedarfen einer vielfältigen Gesellschaft“, betont Dr. Michael Meister.

Dr. Karsten Rudolf, Leiter Bildungs- und Forschungsprojekte von Provadis, ist überzeugt: „Mit diesem Herzstück der beruflichen Ausbildung werden wir nicht nur innovative Wege finden, um Fachkräfte für die Zukunft zu sichern – wir werden in den kommenden vier Jahren am Kern der Berufsbildung arbeiten und sie dadurch weiterentwickeln.“ Das Besondere daran sei, dass der Blick für die Bedürfnisse der Unternehmen und der Teilnehmer zusammengebracht  und die Attraktivität der Ausbildung für alle Seiten gestärkt werde.

Für Prof. Dr. Dr. Thomas Schröder, UNESCO Lehrstuhl für Berufsbildung, Kompetenzentwicklung und Zukunft der Arbeit der TU Dortmund, spielt insbesondere der wissenschaftliche Aspekt des Projekts eine große Rolle. „Wir werden als wissenschaftliche Begleitung des Projektes BBChemie einen Beitrag zur innovativen Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems leisten“, erläutert er.

Die Provadis Hochschule setzt vor allem auf erfolgversprechende Schnittpunkte unterschiedlicher Ausbildungsarten. „Das Projekt bietet uns an der Provadis Hochschule die Möglichkeit, hybride Modelle zwischen Ausbildung und Studium zu entwickeln. Damit können Teilnehmende sich und ihre Stärken ausprobieren und den optimalen Weg für ihre persönliche Berufsentwicklung wählen“, erklärt Prof. Dr. Udo Müller-Nehler, Vorstand der Provadis Hochschule.

Initiativen und Teilprojekte

Teilprojekt 1- Ermöglichungsstrategien
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Provadis wird mit den unternehmenseigenen Bereichen Ausbildung und Hochschule in den BBChemie-Teilprojekten Modelle für drei unterschiedliche Zielgruppen umsetzen: Im ersten Baustein werden leistungsschwächere Jugendliche angesprochen, die Schwierigkeiten beim Einstieg in die Berufswelt haben. Ihnen soll ein Ausbildungsstart ermöglicht werden, ohne dass sie in einer Maßnahme des sogenannten Übergangssystems (zum Beispiel Einstiegsqualifizierung, Chemiebranchenprojekt StartPlus) einmünden.

Zielgruppe sind Bewerberinnen und Bewerber für eine Erstausbildung in einem der Metallberufe, eine wichtige Berufsgruppe innerhalb der Chemie, die mittlerweile unter einem Fachkräfteengpass leidet. Die Bewerber erhalten eine zweijährige gemeinsame Grundausbildung (Fachkraft für Metalltechnik) mit einem Arbeitsvertrag von Anfang an und werden in dieser Zeit unterstützt durch eine Lernprozessbegleitung. Nach Wunsch und Bedarf kann eine anderthalbjährige Ausbildung beispielsweise im Bereich Industriemechanik angeschlossen werden. Durch die gemeinsame Grundausbildung wird auch das allgemeine Verständnis für die berufsübergreifende Zusammenarbeit geschult – eine zunehmende Anforderung im Rahmen des Wandels der Arbeitswelt. Das Modell hat nicht nur Vorteile für die Berufseinsteiger, sondern auch für die Unternehmen. Sie können Ausbildungslücken schließen und flexibler planen, da sie nicht bereits zu Beginn der Ausbildung (bei Vertragsschluss häufig 4,5 Jahre vor der IHK-Prüfung) genau festlegen müssen, welchen Beruf sie benötigen. Vielmehr können sie zusammen mit dem Auszubildenden dessen Stärken, Schwächen und Interessen mit den Unternehmensbedarfen abgleichen.

Teilprojekt 2 - AkademischeAusbildungsAllianz
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Das zweite Teilprojekt, „AkademischeAusbildungsAllianz“, richtet sich an Studienberechtigte, die sich noch nicht für einen Beruf entschieden haben oder an Studienabbrecher. Es wird im Umfeld der IT-Berufe umgesetzt, die ebenfalls eine wichtige Rolle innerhalb der Chemie spielen. Provadis hat diese Berufsgruppe ausgewählt, weil dort ein erhöhter Bedarf an Fachkräften absehbar ist und davon ausgegangen werden kann, dass sich zukünftig Engpässe entwickeln könnten.

Die Teilnehmenden des Programms starten mit einer zwölfmonatigen Grundstufe, in der sowohl Module der dualen Ausbildung zur Fachinformatikerin bzw. zum Fachinformatiker als auch Module des IT-Studiums unterrichtet werden. So wird ihnen ein Einstieg in die theoretisch-akademische Welt ebenso wie in die praktisch-berufliche Welt ermöglicht. Nach der Zwischenprüfung können sich die Teilnehmenden für einen der drei folgenden Wege entscheiden: Sie setzen die Berufsausbildung fort und schließen mit IHK-Prüfung ab, sie vollenden das Studium mit dem Abschluss Bachelor of Science oder sie gehen beide Wege weiter und erhalten damit einen Doppelabschluss mit IHK-Prüfung und B.A. (im Sinne eines Dualen Studiums). In allen drei Fällen ist die volle Anrechenbarkeit der Leistungen aus den ersten zwölf Monaten gegeben, sodass durch die Grundstufe kein Zeitverlust entsteht. Ziel des Modells ist es, das Verständnis sowohl für die akademische als auch die berufliche Ausbildung zu fördern und beide Wege als gleichwertig, wenn auch nicht gleichartig, wahrzunehmen.

Während Provadis mit dem ersten Teilprojekt einen aktiven Beitrag zur Fachkräftesicherung in den Metallberufen leisten will, geht der Bildungsdienstleister im zweiten Teilprojekt proaktiv vor. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus beiden Teilprojekten lassen sich später voraussichtlich auch auf andere Branchen übertragen.

Teilprojekt 3 - Ausbildungspersonal
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Das dritte Teilprojekt richtet sich an die für den Ausbildungserfolg immens wichtige Gruppe der ausbildenden Fachkräfte in den Unternehmen. Sie sollen weiter qualifiziert werden und eine arbeits- und berufspädagogische Befähigung zum Umgang mit unterschiedlichen Lerntypen (wie sie zum Beispiel in den Bausteinen 1 und 2 zu erwarten sind) in einem sich wandelnden Arbeitsumfeld erhalten. Dazu werden in dem Modell Weiterbildungsmodule erarbeitet und die Etablierung eines IHK-Zertifikats eruiert, in Abstimmung mit der IHK Frankfurt Rhein-Main und den Sozialpartnern. Auch ein „Gütesiegel Ausbildung“ ist denkbar. Jedes dieser Ergebnisse würde einen signifikanten Beitrag zur Professionalisierung des Bildungspersonals leisten, das bisher ehrenamtlich tätig ist

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